Für wen sich eine Bruststraffung eignet
Eine Bruststraffung kommt infrage, wenn Ihre Brust abgesunken ist und die Brustwarze auf oder unterhalb der Unterbrustfalte liegt. Ärztinnen nennen dieses Absinken Ptosis. Es entsteht vor allem mit dem Alter, außerdem nach starkem Gewichtsverlust, nach einer Schwangerschaft und nach dem Stillen. Manche Frauen neigen wegen einer schwachen Bindegewebsstruktur, eines großen Brustvolumens oder starker Hormonschwankungen besonders dazu. Das Absinken allein ist noch keine Krankheit. Erst wenn es Sie stört oder die Haut in der Unterbrustfalte dauerhaft wund wird, wird daraus eine Frage der Behandlung.
Wie stark die Brust abgesackt ist, teilen Fachleute in vier Stufen ein. Grad 0 bedeutet kein Absacken, Grad 3 mehr als 3 Zentimeter Abstand zwischen Brustwarze und Unterbrustfalte. Dazwischen liegt Grad 2 mit 1 bis 3 Zentimetern Abstand. Woran Sie die einzelne Stufe im Spiegel erkennen, steht in der folgenden Übersicht.
| Grad | Lage der Brustwarze | Was Sie im Spiegel sehen |
|---|---|---|
| Grad 0, kein Absinken | Oberhalb der Unterbrustfalte | Die Brustwarze zeigt nach vorn oder leicht nach oben |
| Grad 1, leichtes Absinken | Auf Höhe der Unterbrustfalte | Die Brustwarze liegt auf der Falte, die Brust ist leicht abgesunken |
| Grad 2, mittleres Absinken | 1 bis 3 Zentimeter unterhalb der Falte, aber oberhalb der unteren Brustkontur | Bei größeren Brüsten zeigt die Brustwarze meist nach unten |
| Grad 3, starkes Absinken | Mehr als 3 Zentimeter unterhalb der Falte, am tiefsten Punkt der Brust | Die Brustwarze bildet den tiefsten Punkt der Brust |
| Pseudoptosis | Oberhalb der Falte, aber das Drüsengewebe hängt darunter | Die Brustwarze sitzt richtig, die Brust wirkt trotzdem abgesunken |
Eine Bruststraffung entfernt Haut und formt die Brust neu, sie fügt aber kein Volumen hinzu. Wünschen Sie sich eine vollere Brust, kombiniert die Chirurgin die Straffung mit einem Implantat oder mit Eigenfett; wünschen Sie sich eine kleinere, mit einer Verkleinerung. Das Ergebnis hält außerdem nicht für immer: Alterung, Gewichtsveränderungen und die Schwerkraft wirken über die Jahre weiter auf die Form. Eine Straffung stellt die Uhr zurück, sie hält sie nicht an.
Welcher Schnitt zu Ihrem Befund passt
Welcher Schnitt zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie viel Haut die Chirurgin entfernen muss, und das wiederum vom Grad des Absackens. Der Schnitt verläuft dabei immer um den Warzenhof, weil die Brustwarze nach oben versetzt wird. Je mehr Haut weg muss, desto länger wird die Narbe. Drei Techniken kommen infrage. Bei geringem Hautüberschuss reicht der Ringschnitt rund um den Warzenhof. Bei mittlerem Überschuss kommt ein zusätzlicher senkrechter Schnitt zur Unterbrustfalte dazu. Bei starkem Überschuss folgt zusätzlich ein waagerechter Schnitt in der Falte, und die Narbe hat dann die Form eines umgekehrten T.
| Technik | Narbenverlauf | Geeignet bei | Was Sie bedenken sollten |
|---|---|---|---|
| Ringschnitt | Nur am Rand des Warzenhofs | Geringer Hautüberschuss, leichtes Absinken | Hebt nur wenig an; bei stärkerem Absinken reicht er nicht aus |
| Senkrechter Schnitt | Um den Warzenhof und senkrecht zur Unterbrustfalte | Mittlerer Hautüberschuss, mittleres Absinken | Narbensparend; die senkrechte Narbe bleibt sichtbar, bis sie verblasst |
| T-Schnitt | Um den Warzenhof, senkrecht und waagerecht in der Unterbrustfalte | Großer Hautüberschuss, starkes Absinken, oft kombiniert mit Verkleinerung | Längste Narbe, dafür die größte Anhebung; die Narbe in der Falte ist im BH verdeckt |
Liegt Ihre Brustwarze mehr als 3 Zentimeter unter der Unterbrustfalte, oder ist die Brust zugleich deutlich zu groß?
Dann braucht es meist den größten Schnitt mit einer zusätzlichen waagerechten Narbe in der Falte, bei zu großer Brust oft kombiniert mit einer Verkleinerung. Fragen Sie, ob Gefühl und Stillfähigkeit erhalten bleiben können.
Liegt die Brustwarze 1 bis 3 Zentimeter unter der Falte?
Dann reicht oft ein senkrechter Schnitt zur Falte, bei mehr Hautüberschuss zusätzlich ein waagerechter. Lassen Sie sich beide Narbenverläufe an Ihrem Körper zeigen.
Liegt die Brustwarze auf Höhe der Falte, und wünschen Sie sich zusätzlich mehr Volumen?
Dann kommt eine Straffung zusammen mit einem Implantat oder Eigenfett infrage. Klären Sie, ob das Implantat allein schon ausreichend anhebt.
Dann reicht meist der Ringschnitt um den Warzenhof, der nur wenig anhebt. Fragen Sie, wie viele Zentimeter Anhebung realistisch sind.
Wie die Operation abläuft
Die Bruststraffung findet in Vollnarkose statt, also in einem kontrollierten Tiefschlaf ohne Schmerzempfinden. Sie dauert je nach Aufwand 90 Minuten bis vier Stunden, bei einer Kombination mit Implantat oder Verkleinerung länger. Meist bleiben Sie danach kurz zur Beobachtung in der Klinik. Die ersten Wochen tragen Sie rund um die Uhr einen Stütz-BH, insgesamt sechs Wochen lang. Nicht auflösbare Fäden zieht die Praxis nach zwei bis fünf Wochen. Körperlich schonen Sie sich drei bis sechs Wochen, danach sind Sport und Sauna wieder möglich. Arbeitsfähig sind Sie, je nach Beruf, nach zwei bis vier Wochen. In den ersten Wochen bewegen Sie die Oberarme vorsichtig und schlafen nicht auf dem Bauch.
Vorgespräch mit Aufklärung und Kostenvoranschlag
Untersuchung, Einstufung des Absackens, Wahl der Technik. Die Praxis klärt Sie mündlich über Risiken, Alternativen und den Narbenverlauf auf und gibt Ihnen einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Bei manchen Frauen ist vorher eine Mammographie sinnvoll.
Bedenkzeit und zweiter Termin
Eine feste Wartezeit schreibt das Gesetz nicht vor. Verbraucherschützer raten trotzdem zu mindestens einem Tag Bedenkzeit. Nutzen Sie die Zeit, um ein zweites Angebot einzuholen.
Operation in Vollnarkose
90 Minuten bis vier Stunden, bei einer Kombination mit Implantat oder Verkleinerung länger. Meist bleiben Sie kurz in der Klinik und gehen mit Stütz-BH und Terminen für Wundkontrolle und Fadenzug nach Hause.
Sechs Wochen Stütz-BH und Schonung
Den Stütz-BH tragen Sie sechs Wochen konsequent, körperlich schonen Sie sich drei bis sechs Wochen. Die Fäden zieht die Praxis nach zwei bis drei Wochen, und die Narben halten Sie von der Sonne fern.
Rückkehr zu Arbeit und Sport
Je nach Beruf sind Sie nach zwei bis vier Wochen wieder voll arbeitsfähig, Sport und Sauna sind nach sechs Wochen erlaubt. Planen Sie diese Zeit als Urlaub, denn ohne medizinischen Grund zahlt der Arbeitgeber während der Erholung meist keinen Lohn weiter.
Narbenreifung über Monate
Die Narben verblassen unterschiedlich schnell und können breiter werden. Ihre endgültige Form zeigt sich über die folgenden Jahre, in denen Alterung, Gewicht und Schwerkraft weiter auf die Brust wirken.
Welche Risiken Sie kennen sollten
Die Risiken einer Bruststraffung betreffen vor allem Narben, Gefühl und Stillfähigkeit. Weil die Brustwarze mit ihren Nerven und Blutgefäßen versetzt wird, kann das Gefühl darin eine Zeit lang taub sein. Meist kehrt es im Laufe der Heilung zurück, bei manchen Frauen bleibt es dauerhaft gemindert. Auch die Fähigkeit zu stillen kann leiden oder in seltenen Fällen verloren gehen. Die Narben sind deutlich sichtbar und heilen unterschiedlich, manchmal werden sie breiter.
- Ein vermindertes Gefühl an Brustwarze und Haut. Meist geht es im Heilungsverlauf zurück, bei manchen Frauen bleibt es dauerhaft.
- Beeinträchtigte oder, selten, verlorene Stillfähigkeit. Wer noch Kinder plant, spricht das vor der Wahl der Technik an.
- Wundheilungsstörungen und Blutergüsse als häufigste Komplikationen der ersten Wochen. Infektionen sind selten, Thrombosen und Embolien extrem selten.
- Breitere oder verhärtete Narben, vor allem am senkrechten Schnitt, und ungleiche Brüste oder Warzenhöfe.
- Erneutes Absinken über die Jahre durch Alterung, Gewichtsveränderungen und Schwerkraft. Diese Grenze des Ergebnisses gehört zur Aufklärung.
- Bei einer Kombination mit Implantat kommt zusätzlich eine Kapselfibrose hinzu, eine Vernarbung rund um das Implantat. Dazu zählen auch ein möglicher Riss der Implantathülle und die begrenzte Lebensdauer des Implantats, mit Kontrollen ab dem zehnten Jahr.
Wann die Krankenkasse zahlt
Eine Bruststraffung zahlen Sie fast immer selbst. Nach den Regeln des Medizinischen Dienstes, der im Auftrag der Krankenkassen solche Anträge prüft, verursacht ein reines Absacken der Brust nur in extrem ausgeprägten Fällen echte körperliche Beschwerden. Als solche gilt es, wenn trotz hautärztlicher Behandlung die Haut in der Unterbrustfalte dauerhaft wund bleibt. Das gilt erst, wenn diese Behandlung mindestens sechs Monate lang dokumentiert lief, mit Terminen, Befunden und angepasster Therapie. Rückenschmerzen oder Schulterbeschwerden rechtfertigen dagegen in der Regel keine Straffung, dafür ist die Orthopädie zuständig.
Zwei Ausnahmen gibt es. Nach einer Brustkrebsoperation gilt eine Straffung oder Verkleinerung der gesunden Seite, um beide Brüste wieder anzugleichen, meist als medizinisch notwendig. Und bei einem ausgeprägten einseitigen Absacken kann eine Straffung nur einer Brust infrage kommen. Keine Kassenleistung ist dagegen ein Implantat, um ein Absacken auszugleichen: Das gilt nach den Regeln des Medizinischen Dienstes nicht als geeignete Methode dafür. Und seelischer Leidensdruck allein begründet nach der Rechtsprechung keinen Anspruch, dafür ist eine Psychotherapie der richtige Weg.
- Lassen Sie den Hautbefund in der Unterbrustfalte hautärztlich behandeln und dokumentieren: Termine, Befund, Therapie und deren Wirkung, über mindestens sechs Monate, mit Fotos.
- Holen Sie einen Befund Ihrer Fachärztin für Plastische Chirurgie ein, mit dem Grad des Absackens, der geplanten Technik und der Begründung, warum die Straffung den Hautbefund beseitigt.
- Stellen Sie den Antrag bei der Krankenkasse vor der Operation. Sie entscheidet innerhalb von drei Wochen, holt sie ein Gutachten des Medizinischen Dienstes ein, innerhalb von fünf Wochen. Meldet sie sich nicht rechtzeitig und begründet, gilt der Antrag als genehmigt.
- Rechnen Sie mit einer Ablehnung, wenn der Hautbefund fehlt oder die Therapie kürzer als sechs Monate dokumentiert ist. Legen Sie dann innerhalb eines Monats Widerspruch ein und reichen Sie die fehlenden Unterlagen nach.
- Entscheiden Sie erst nach dem Bescheid, ob Sie als Selbstzahlerin operieren lassen. Bei Komplikationen beteiligt die Kasse Sie dann an den Kosten, und der Lohn läuft bei einem Ausfall meist nicht weiter.
Was eine Bruststraffung kostet
Die DGÄPC nennt für eine Bruststraffung Gesamtkosten zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Eine amtliche Statistik dazu gibt es nicht. Anders als bei Vergrößerung und Verkleinerung hat die Bruststraffung keine eigene Position in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), dem Gebührenkatalog, nach dem Praxen ihre Rechnung stellen. Die Praxis rechnet deshalb entweder über Position 2415 ab, das ist die Position für den Wiederaufbau der Brust. Oder sie setzt eine vergleichbare Leistung sinngemäß an, also eine ähnliche Position aus dem Katalog mit vergleichbarem Aufwand. Auf der Rechnung muss das dann klar als sinngemäß angesetzte Leistung stehen, mit Nummer und Bezeichnung der herangezogenen Position. Welche Position die Praxis wählt und mit welchem Steigerungssatz, also mit welchem Vervielfachen des Grundbetrags, muss Ihr Kostenvoranschlag nennen. Beim häufigen 2,3-fachen Satz macht das für die Wiederaufbau-Position 268,12 Euro je Seite.
Zur ärztlichen Leistung kommen die Kosten für die Narkose, den Klinikaufenthalt und die Nachsorge mit Stütz-BH hinzu. Weil es keinen medizinischen Grund für den Eingriff gibt, kommen außerdem 19 Prozent Umsatzsteuer auf die Rechnung; Gerichte haben das für rein ästhetische Operationen bestätigt. Kombinieren Sie die Straffung mit einem Implantat, zahlen Sie zusätzlich das Implantatpaar und tragen dessen Folgekosten: Kontrollen, einen möglichen späteren Wechsel und das Risiko einer Kapselfibrose. Zwei Eingriffe in einer Narkose sparen eine Narkose, aber nicht die zweite Aufklärung und nicht die zweite Rechnung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Heilung nach einer Bruststraffung?
Nach einer Bruststraffung tragen Sie sechs Wochen lang durchgehend einen Stütz-BH und schonen sich drei bis sechs Wochen. Die Fäden zieht die Praxis nach zwei bis fünf Wochen, arbeitsfähig sind Sie je nach Beruf nach zwei bis vier Wochen. Sport ist ab der sechsten Woche wieder erlaubt, die Narben reifen aber noch monatelang weiter.
Welche Narben bleiben nach einer Bruststraffung?
Nach einer Bruststraffung bleibt immer eine Narbe rund um den Warzenhof, weil die Brustwarze versetzt wird. Je nach Technik kommt eine senkrechte Narbe zur Unterbrustfalte hinzu, bei starkem Absacken zusätzlich eine waagerechte in der Falte selbst. Die Narben sind deutlich sichtbar und werden erst im Lauf von ein bis zwei Jahren unauffälliger.
Zahlt die Krankenkasse eine Bruststraffung?
Die Krankenkasse zahlt eine Bruststraffung nur in Ausnahmefällen, etwa wenn trotz monatelanger hautärztlicher Behandlung die Haut in der Unterbrustfalte dauerhaft wund bleibt. Rückenschmerzen oder seelischer Leidensdruck reichen dafür nicht aus. Nach einer Brustkrebsoperation übernimmt die Kasse dagegen meist die Angleichung der gesunden Seite.
Was kostet eine Bruststraffung?
Eine Bruststraffung kostet nach Angabe der DGÄPC insgesamt 5.000 bis 8.000 Euro. Darin stecken die ärztliche Leistung, Narkose, Klinikaufenthalt und Nachsorge, dazu ohne medizinischen Grund 19 Prozent Umsatzsteuer. Beim häufig verwendeten 2,3-fachen Steigerungssatz macht allein die ärztliche Position 268,12 Euro je Seite aus.
Kann ich eine Bruststraffung mit Implantaten kombinieren?
Ja, eine Kombination aus Straffung und Implantat oder Eigenfett ist möglich, wenn Sie sich zusätzlich zur Anhebung mehr Volumen wünschen. Die Straffung allein entfernt nur Haut und fügt kein Volumen hinzu. Sie übernehmen dann beide Risikoprofile: Narben und Gefühlsstörungen der Straffung sowie Kapselfibrose, einen möglichen Riss und die begrenzte Lebensdauer des Implantats.
Wie lange hält das Ergebnis einer Bruststraffung?
Das Ergebnis einer Bruststraffung hält nicht für immer. Alterung, Gewichtsveränderungen und die Schwerkraft wirken über mehrere Jahre weiter auf die Form, eine genaue Zahl in Jahren nennen die Fachgesellschaften nicht. Wer stark ab- oder zunimmt oder schwanger wird, muss mit erneutem Absacken rechnen; eine zweite Straffung ist möglich, aber wieder eine Leistung, die Sie selbst zahlen.
