Wo die Narbe je nach Schnittführung liegt
Wo die Narbe liegt und wie lang sie wird, entscheidet die Schnittführung, und die richtet sich nach dem Eingriff. Bei einer Brustvergrößerung mit Implantat genügt ein etwa fünf Zentimeter langer Schnitt. Die Operateurin setzt ihn möglichst unauffällig, in die Falte unter der Brust, halbkreisförmig an den Rand des Warzenhofs oder in die Achselhöhle. Bei einer Straffung oder Verkleinerung wird dagegen Haut entfernt und die Brustwarze versetzt. Deshalb verläuft dort immer eine Narbe um den Warzenhof, und je mehr Haut weg muss, desto länger wird sie.
Die Fachbegriffe beschreiben nur die Lage: inframammär heißt in der Unterbrustfalte, periareolär am Rand des Warzenhofs, axillär in der Achselhöhle. Bei der Straffung unterscheiden Fachleute den Ringschnitt um die Brustwarze, die vertikale Technik mit einer zusätzlichen senkrechten Narbe und den T-Schnitt mit einer waagerechten Narbe in der Unterbrustfalte.
Wie ungeduldig Sie sein dürfen, zeigen drei Zeiträume. Eine Narbe braucht ein bis zwei Jahre, bis sie ausgereift ist. Eine mögliche Korrektur kommt frühestens nach sechs Monaten infrage, und nach drei Monaten hat die Haut schon rund 90 Prozent ihrer Festigkeit. Wo genau die Narbe je nach Technik verläuft, zeigt die folgende Übersicht.
| Schnittführung | Eingriff | Wo die Narbe liegt | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|---|
| Inframammär | Brustvergrößerung | In der Hautfalte unter der Brust, etwa 5 Zentimeter lang | Die Narbe liegt außerhalb von Drüse und Warzenhof |
| Periareolär | Brustvergrößerung, leichte Straffung | Halbkreisförmig am Rand des Warzenhofs, bei der Straffung als Ring um den Warzenhof | Der Ringschnitt eignet sich nur bei geringem Hautüberschuss |
| Axillär | Brustvergrößerung | In der Achselhöhle | Die Brust selbst bleibt ohne Narbe |
| Vertikal | Straffung, Verkleinerung | Um den Warzenhof und senkrecht zur Unterbrustfalte | Narbensparend, mit zusätzlicher Hautentfernung unterhalb der Brustwarze |
| T-Schnitt | Straffung, Verkleinerung bei großem Hautüberschuss | Um den Warzenhof, senkrecht und waagerecht in der Unterbrustfalte | Längste Narbe, für mittleren bis großen Hautüberschuss |
Wie eine Narbe über zwei Jahre reift
Eine Narbe ist der Endzustand eines normalen Heilungsprozesses nach einer tieferen Verletzung oder Operation. Bis dieser Endzustand erreicht ist, vergehen Monate. Dabei heilt die Haut in zwei Geschwindigkeiten. Die oberste Schicht, die Epidermis, schließt sich in sieben bis zehn Tagen. Die Lederhaut darunter, die Dermis, erreicht erst nach drei Monaten etwa 90 Prozent ihrer Festigkeit. In dieser Zeit ist die Narbe empfindlich gegen Zug, Schonung und Kompression entlasten sie.
Tag 7 bis 14
Die Oberhaut ist nach sieben bis zehn Tagen geschlossen. Nicht auflösbare Fäden zieht die Praxis nach einer Vergrößerung nach 10 bis 14 Tagen, nach Straffung oder Verkleinerung nach bis zu drei oder fünf Wochen.
Woche 3 bis 6
Die Narbe ist rot und fest. Der Stütz-BH entlastet sie und unterstützt die innere und äußere Narbenheilung.
Monat 3
Die Lederhaut hat etwa 90 Prozent ihrer Festigkeit erreicht. Eine hypertrophe, also verdickte Narbe zeigt sich typischerweise in den ersten sechs Monaten.
Monat 6
Die Narben verblassen innerhalb einiger Monate und passen sich der umgebenden Haut an. Bis hierhin halten Sie UV-Strahlung von ihnen fern. Frühestens jetzt ist eine Korrektur überhaupt ein Thema.
Jahr 1 bis 2
Narben und Verhärtungen verbessern sich weiter und werden unauffällig, wenn auch nicht unsichtbar. Nach einer Verkleinerung glätten sie sich im Laufe des Jahres.
Ein halbes Jahr lang schützen Sie die Narben vor UV-Strahlung, etwa vor einem Sonnenbad. Pflegende Cremes oder Silikon kommen nach abgeschlossener Wundheilung als Möglichkeit infrage; welche Pflege, Silikonauflage oder Laserbehandlung für Ihre Narbe passt, gehört in die Hand einer Hautärztin oder Ihrer Operateurin.
Was eine hypertrophe Narbe von einem Keloid unterscheidet
Zwei Formen gelten als krankhafte Narben: die hypertrophe Narbe und das Keloid. Eine hypertrophe Narbe ist verdickt und erhaben, bleibt aber auf das ursprüngliche Wundgebiet beschränkt. Ein Keloid ist eine echte Wucherung von Bindegewebe, die über die Wunde hinauswächst. Die Unterscheidung ist wichtig, weil beide sich anders entwickeln und anders behandelt werden. Beide sind gutartig; behandlungsbedürftig werden sie durch Juckreiz oder Schmerz, durch eingeschränkte Beweglichkeit oder aus ästhetischen Gründen.
| Merkmal | Hypertrophe Narbe | Keloid |
|---|---|---|
| Häufigkeit | häufig | selten, häufiger bei stärker pigmentierter Haut |
| Ausdehnung | auf die ursprüngliche Verletzung beschränkt | wächst über die ursprüngliche Verletzung hinaus |
| Auftreten | innerhalb von 6 Monaten nach der Verletzung | später als 6 Monate nach der Verletzung |
| Rückbildung | häufig von selbst, oft innerhalb von Monaten | nein |
| Veranlagung | nicht bekannt | genetische Veranlagung |
| Typische Stellen | überall an der Haut | überall, häufig Ohrläppchen, Brustbein und Nacken |
| Operation | Revision führt in der Regel zu guten Ergebnissen | nach alleiniger Operation Rückfall in 45 bis 100 Prozent der Fälle |
Für Brustoperationen ist ein Merkmal besonders wichtig: Das Brustbein gilt als häufige Stelle für Keloide. Weil eine hypertrophe Narbe sich oft von selbst zurückbildet, raten Fachleute bei ihr zu Geduld und zuerst zu einfachen, nicht operativen Mitteln. Beim Keloid gilt die operative Entfernung nur als letztes Mittel, weil es wegen der Veranlagung häufig wiederkommt.
Wann eine Korrektur frühestens sinnvoll ist
Eine Narbenkorrektur nach einer Brust-OP ist in der Regel frühestens zwölf Monate nach dem Eingriff sinnvoll. Eine plastisch-chirurgische Korrektur soll erst nach abgeschlossener Narbenreifung erfolgen, frühestens ab sechs, in aller Regel ab zwölf Monaten nach der Operation. Hypertrophe Narben ohne Zugspannung und ohne Entstellung sollen nicht operiert werden, solange sie weniger als ein Jahr bestehen. Narben, die an beweglichen Stellen die Funktion einschränken oder entstellen, werden dagegen zeitnah behandelt.
Der Grund für das Warten: Eine Narbe verändert sich im ersten Jahr noch stark, und eine hypertrophe Narbe bildet sich häufig von selbst zurück. Wer zu früh schneidet, setzt eine neue Wunde in ein Gewebe, das noch nicht zur Ruhe gekommen ist. Warten Sie deshalb vor jeder Korrektur das Endergebnis des ersten Eingriffs ab. Bei einer verbreiterten oder wulstigen Narbe kann später trotzdem eine kleine Korrektur nötig werden.
- Warten Sie mit dem Korrekturwunsch mindestens bis zum sechsten, besser bis zum zwölften Monat, es sei denn, die Narbe schränkt eine Bewegung ein.
- Notieren Sie Beschwerden wie Juckreiz, Schmerz, Spannung oder aufbrechende Stellen mit Datum, weil sie über die Behandlungsbedürftigkeit und eine mögliche Kassenleistung entscheiden.
- Fragen Sie beim Kontrolltermin, ob es sich um eine normale, eine hypertrophe Narbe oder ein Keloid handelt.
- Lassen Sie sich die einfachen, nicht operativen Möglichkeiten erklären, bevor über eine Operation gesprochen wird.
- Verlangen Sie vor einer Korrektur einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit Abrechnungsposition, Steigerungssatz, also dem Vervielfachen des Grundbetrags, und Umsatzsteuer.
Wer eine Narbenkorrektur bezahlt
Eine Narbenkorrektur zahlt die Krankenkasse nur, wenn die Narbe Krankheitswert hat. Das ist der Fall, wenn sie entstellt, etwa im Gesicht, am Hals oder an den Händen, oder wenn sie eine Funktion beeinträchtigt. Für die funktionelle Beeinträchtigung gelten drei Beispiele.
- Narbenzüge in Gelenknähe, die die Beweglichkeit einschränken.
- Nachvollziehbar schmerzhafte Narben, die mit dem darunterliegenden Gewebe verwachsen und nicht verschieblich sind und Einziehungen bilden.
- Instabile Narben, die immer wieder aufbrechen und dauerhaft entzündet sind.
Narbenschmerzen allein machen eine Operation noch nicht notwendig. Zuerst müssen einfache Maßnahmen wie Narbenmassage, Physiotherapie oder Betäubungsspritzen versucht und ausgeschöpft sein.
An der Brust ist eine Entstellung selten anerkannt. Ein Gericht erkennt sie an Körperstellen, die üblicherweise von Kleidung bedeckt sind, nur in eng begrenzten Ausnahmefällen an, wenn die Auffälligkeit evident abstoßend wirkt. Folgeeingriffe nach einer ästhetischen Operation, ausdrücklich auch Narbenkorrekturen, sind nur Kassenleistung, wenn medizinische Gründe vorliegen. Dann muss die Kasse Sie trotzdem an den Kosten beteiligen.
Als Selbstzahlerin bekommen Sie eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), dem Gebührenkatalog, nach dem Praxen abrechnen. Die GOÄ nennt Narben nur in wenigen Positionen: eine gilt für die Entfernung einer großen, verhärteten und funktionsbehindernden Narbe einschließlich plastischer Deckung, mit 1.000 Punkten, beim 2,3-fachen Satz 134,06 Euro. Eine andere gilt nur für die Korrektur einer entstellenden Gesichtsnarbe. Für eine rein ästhetische Korrektur an der Brust gibt es keine eigene Position, die Praxis setzt dann eine vergleichbare Leistung sinngemäß an. Dazu kommen Narkose oder örtliche Betäubung, Material und bei einem ästhetischen Eingriff Umsatzsteuer.
Schränkt die Narbe eine Funktion ein, etwa durch Narbenzug, schmerzhafte Verwachsung mit Einziehung oder eine immer wieder aufbrechende, entzündete Stelle?
Sind einfache Maßnahmen wie Narbenmassage, Physiotherapie oder Betäubungsspritzen versucht und ausgeschöpft?
Dann kommt eine Kassenleistung in Betracht; stellen Sie den Antrag mit Befund und Behandlungsverlauf vor dem Eingriff. War die Brust-OP ästhetisch, muss die Kasse Sie trotzdem an den Kosten beteiligen.
Zuerst wird einfache, nicht operative Behandlung verlangt. Lassen Sie diese ärztlich verordnen und dokumentieren, bevor Sie eine Operation beantragen.
Wirkt die Narbe objektiv entstellend, so dass selbst im privaten Bereich die Teilhabe fast ausgeschlossen wäre?
Eine Entstellung an bedeckten Stellen wird nur in eng begrenzten Ausnahmefällen anerkannt. Ein Antrag ist möglich, rechnen Sie aber mit einer genauen Prüfung.
Die Korrektur ist eine Leistung, die Sie selbst zahlen. Verlangen Sie einen Kostenvoranschlag mit Position, Steigerungssatz und Umsatzsteuer.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Narben nach einer Brust-OP verblassen?
Narben nach einer Brust-OP verblassen innerhalb einiger Monate und passen sich der umgebenden Haut an. Ihr endgültiges Aussehen haben sie nach Straffung oder Verkleinerung erst nach ein bis zwei Jahren, weil sich Narben und Verhärtungen so lange weiter verbessern. Unsichtbar werden sie nicht, sondern unauffällig.
Wo liegen die Narben bei einer Brustvergrößerung mit Implantat?
Bei einer Brustvergrößerung mit Implantat liegt die Narbe an einer von drei Stellen: in der Hautfalte unter der Brust, halbkreisförmig am Rand des Warzenhofs oder in der Achselhöhle. Der Schnitt ist etwa fünf Zentimeter lang. Welche Stelle infrage kommt, hängt von Implantat, Gewebe und Ihrem Wunsch ab und wird im Vorgespräch festgelegt.
Was ist der Unterschied zwischen einer hypertrophen Narbe und einem Keloid?
Eine hypertrophe Narbe ist verdickt, bleibt aber auf das Wundgebiet beschränkt, entsteht innerhalb von sechs Monaten und bildet sich häufig zurück. Ein Keloid wächst über die ursprüngliche Wunde hinaus, entsteht später, bildet sich nicht zurück und beruht auf einer Veranlagung. Das Brustbein gilt als häufige Stelle für Keloide.
Wann kann eine Narbe nach einer Brust-OP korrigiert werden?
Eine Narbe nach einer Brust-OP wird frühestens sechs, in aller Regel zwölf Monate nach der Operation korrigiert, wenn die Narbenreifung abgeschlossen ist. Hypertrophe Narben ohne Zug und Entstellung sollen vor Ablauf eines Jahres nicht operiert werden. Narben, die eine Bewegung einschränken, werden früher behandelt.
Zahlt die Krankenkasse eine Narbenkorrektur nach einer Brust-OP?
Die Krankenkasse zahlt eine Narbenkorrektur nach einer Brust-OP nur, wenn die Narbe eine Funktion beeinträchtigt oder objektiv entstellt und einfache Maßnahmen ausgeschöpft sind. Nach einer ästhetischen Operation muss die Kasse Sie dann trotzdem an den Kosten beteiligen. Eine rein ästhetische Korrektur zahlen Sie selbst nach der GOÄ.
Wie lange muss ich Narben nach einer Brust-OP vor der Sonne schützen?
Narben nach einer Brust-OP schützen Sie ein halbes Jahr lang vor UV-Strahlung, also vor Sonnenbad und Solarium. Nach einer Bruststraffung kommen zusätzlich sechs Wochen ohne Solarium und Sauna dazu. Die Frist beginnt mit der Operation, auch wenn die Wunde nach zwei Wochen schon geschlossen ist.
