Was in den ersten sechs Wochen wichtig ist
Die ersten sechs Wochen nach einer Brust-OP sind die Zeit, in der die Wunden sich schließen und das Gewebe in seiner neuen Form fest wird. Wie streng die Regeln sind, hängt vom Eingriff ab. Bei Straffung und Verkleinerung werden Haut und Drüsengewebe entfernt und die Brustwarze versetzt, bei einer Vergrößerung heilt stattdessen ein Implantat ein.
Verbindlich ist am Ende immer der Nachsorgeplan Ihrer eigenen Operateurin, weil sie Technik, Implantatlage und Wundverschluss kennt. Offene Fragen, zu denen es keine allgemeine Regel gibt, klären Sie am besten gleich beim ersten Kontrolltermin. Übertragen Sie keine fremde Frist aus dem Internet auf Ihren eigenen Fall.
Drei Fristen der Nachsorge dauern am längsten. Nach einer Vergrößerung tragen Sie sechs bis acht Wochen einen Stütz-BH, und zwei Monate lang gehen Sie behutsam mit der Brust um. Sechs Monate bleiben die Narben ohne Sonne. Wie sich die einzelnen Regeln je nach Eingriff unterscheiden, zeigt die folgende Übersicht.
| Frage | Vergrößerung mit Implantat | Bruststraffung | Brustverkleinerung |
|---|---|---|---|
| Stütz-BH | 3 Wochen rund um die Uhr, 3 weitere tagsüber; kein Push-up-BH für 3 Monate | die ersten Wochen rund um die Uhr, insgesamt 6 Wochen | die ersten Wochen rund um die Uhr, 4 bis 6 Wochen Tag und Nacht |
| Duschen | nach einigen Tagen | nach einigen Tagen | nach einigen Tagen |
| Schlafen | keine allgemeine Regel | in den ersten Wochen Rückenlage, nicht auf dem Bauch | in den ersten Wochen Rückenlage, nicht auf dem Bauch |
| Arme | zwei Monate jede Überbeanspruchung vermeiden | Oberarme in den ersten Wochen sehr vorsichtig bewegen, kein schnelles Dehnen und Strecken | Oberarme in den ersten Wochen sehr vorsichtig bewegen, kein schnelles Dehnen und Strecken |
| Sport | zwei Monate äußerst behutsam, danach meist alle Sportarten wieder möglich | mindestens 6 Wochen Schonung, danach zwei Monate behutsam | 4 bis 6 Wochen kein Sport, danach zwei Monate behutsam |
| Sauna und Solarium | keine Angabe zur Sauna; halbes Jahr keine Sonne auf die Narbe | 6 Wochen keine Sauna und kein Solarium | 4 bis 6 Wochen kein Solarium |
| Flugreisen | keine allgemeine Regel | keine allgemeine Regel | 4 bis 6 Wochen keine Flugreisen |
| Nikotin | vor dem Eingriff auf ein Minimum senken oder beenden | vor allem in den ersten 3 Wochen auf ein Minimum, auch Pflaster und Kaugummi | vor dem Eingriff auf ein Minimum senken |
Warum der Stütz-BH so lange sitzen muss
Der Stütz-BH ist in den ersten Wochen das wichtigste Hilfsmittel. Er formt die Brust und unterstützt die innere und äußere Wundheilung. Nach einer Vergrößerung verhindert eine zusätzliche Kompression am oberen Rand, der sogenannte Stuttgarter Gürtel, dass das Implantat verrutscht. Dass die Tragezeit länger ist als die Zeit bis zum Fadenzug, hat einen Grund in der Wundheilung. Die oberste Hautschicht schließt sich schon nach sieben bis zehn Tagen. Die darunterliegende Lederhaut erreicht aber erst nach drei Monaten etwa 90 Prozent ihrer Festigkeit. Schonung und Kompression entlasten die Narbe in dieser Zeit.
Einen BH, der die Brust stark anhebt, etwa einen Push-up-BH, meiden Sie nach einer Vergrößerung drei Monate lang. Den ersten Stütz-BH oder Verband bekommen Sie meist noch im Operationssaal, nach einigen Tagen wechseln Sie auf einen Sport- oder medizinischen BH.
- Er sitzt optimal und stützt die Brust.
- Er engt die Brust nicht ein und drückt nicht auf die Wunde.
- Er ersetzt nach einigen Tagen den Druckverband und ist ein Sport- oder medizinischer BH.
- Er hebt die Brust nicht stark an; einen Push-up-BH meiden Sie nach einer Vergrößerung drei Monate lang.
- Den Stuttgarter Gürtel tragen Sie nur, wenn Ihre Operateurin ihn verordnet hat, und so lange, wie sie es vorgibt.
Wann Sie wieder Sport treiben dürfen
Nach einer Straffung oder Verkleinerung beginnen Sie frühestens nach vier bis sechs Wochen wieder mit Sport und bleiben bis zum Ende des zweiten Monats behutsam. Nach einer Verkleinerung sind es vier bis sechs Wochen ganz ohne Sport, nach einer Straffung mindestens sechs Wochen Schonung. Bei allen drei Eingriffen gilt danach: zwei Monate lang äußerst behutsam mit der Brust umgehen, beim Sport ebenso wie bei Hausarbeiten wie Bügeln oder Fensterputzen. Nach einer Vergrößerung ist die Einheilung des Implantats etwa einen Monat nach der Operation vorläufig abgeschlossen, die Brust bleibt danach noch einige Wochen gespannt.
Einen Plan nach einzelnen Sportarten, etwa ab wann Joggen, Schwimmen oder Krafttraining für die Brustmuskeln erlaubt sind, gibt es nicht. Nach vollständiger Genesung sind aber die meisten Sportarten wieder möglich, auch kraftintensive. Ob ein Implantat beim Sport spürbar ist, hängt von seiner Größe, seiner Lage über oder unter dem Brustmuskel und Ihrem eigenen Körpergefühl ab. Fragen Sie deshalb bei einem Implantat gezielt nach Übungen für den Brustmuskel.
Wie Sie schlafen, duschen und die Arme bewegen
Nach einer Straffung oder Verkleinerung schlafen Sie in den ersten Wochen möglichst in Rückenlage und nicht auf dem Bauch, damit die innere Wundheilung nicht gestört wird. Eine feste Woche, ab der die Bauchlage wieder möglich ist, gibt es nicht. Mit dem Ende der Stütz-BH-Zeit nach vier bis sechs Wochen ist die Frage beim Kontrolltermin gut aufgehoben. Die Oberarme bewegen Sie in den ersten Wochen sehr vorsichtig und vermeiden schnelles Dehnen und Strecken, etwa beim Greifen nach oben.
Duschen ist erst nach einigen Tagen wieder möglich. Für ein Vollbad oder das Schwimmbad gibt es keine eigene Frist. Die Oberhaut schließt sich zwar in sieben bis zehn Tagen, doch Fäden bleiben nach einer Straffung mitunter bis zu fünf Wochen liegen. Fragen Sie deshalb vor dem ersten Bad nach, ob Wunde und Nähte dafür bereit sind.
Ab wann Sie wieder Auto fahren dürfen
In den ersten 24 Stunden nach einer ambulanten Operation fahren Sie kein Fahrzeug und nehmen nicht ohne Begleitperson am Straßenverkehr teil. Grund dafür ist, dass Narkose-, Schmerz- und Beruhigungsmittel nachwirken. Ein gesetzliches Fahrverbot nach einer Operation gibt es zwar nicht. Doch fahren darf nur, wer sich sicher bewegen kann, und die Verantwortung dafür tragen Sie selbst.
Nach den ersten 24 Stunden hängt die Fahrtüchtigkeit von zwei Dingen ab. Erstens von den Schmerzmitteln, die Sie noch nehmen, und zweitens davon, ob Sie lenken, schalten, sich anschnallen und notfalls kräftig bremsen können. Nach einer Straffung oder Verkleinerung sollen Sie die Oberarme in den ersten Wochen nur vorsichtig bewegen. Fragen Sie bei der Entlassung, welche Ihrer Schmerzmittel die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, und beim ersten Kontrolltermin, ob Sie wieder fahren können.
Welche Warnzeichen einen Anruf verlangen
Die meisten Beschwerden der ersten Wochen gehören zur normalen Heilung. Dazu zählen Spannungsgefühl und Schmerzen in den ersten Tagen, Verfärbungen durch Blutergüsse bis etwa drei Wochen und ein vorübergehend taubes Gefühl an der Brustwarze. Einige Zeichen verlangen aber einen Anruf, manche sofort den Notruf. Dazu gehören Blutergüsse, Nachblutungen, Infektionen, Thrombosen und Lungenembolien, wobei Thrombose und Embolie extrem selten sind.
Haben Sie plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder Husten mit blutigem Auswurf?
Wählen Sie sofort den Notruf 112. Das sind typische Anzeichen einer Lungenembolie, die schnell im Krankenhaus behandelt werden muss.
Ist ein Bein, meist eine Wade, neu geschwollen und schmerzhaft?
Rufen Sie noch am selben Tag die Praxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst an. Schmerz und Schwellung können auf eine tiefe Venenthrombose hinweisen, die nur eine Untersuchung sicher klärt.
Blutet die Wunde durch den Verband, oder schwillt eine Brust in kurzer Zeit deutlich stärker an als die andere?
Rufen Sie sofort die Praxis an. Nachblutungen und Blutergüsse gehören zu den Komplikationen der ersten Tage, ob ein Eingriff nötig ist, beurteilt die Operateurin.
Haben Sie Fieber, zunehmende Schmerzen, Rötung, Überwärmung oder eine nässende oder eitrige Wunde?
Rufen Sie die Praxis an. Das sind typische Zeichen einer Wundinfektion, und Infektionen können zu Wundheilungsstörungen führen.
Spannung, Blutergüsse und Taubheit, die langsam besser werden, besprechen Sie beim nächsten Kontrolltermin. Nimmt ein Beschwerdebild dagegen zu statt ab, rufen Sie an.
- Notieren Sie sich vor der Entlassung die Telefonnummer der Praxis und die Nummer für Nächte und Wochenenden.
- Wählen Sie bei Atemnot, Brustschmerzen oder blutigem Husten sofort den Notruf 112.
- Messen Sie bei Verdacht auf eine Infektion die Temperatur und beschreiben Sie am Telefon, seit wann welche Seite betroffen ist.
- Nehmen Sie zu jedem ungeplanten Termin Nachsorgeplan, Medikamentenliste und bei einem Implantat den Implantationsausweis mit, den Ausweis mit Hersteller, Modell und Seriennummer.
- Lassen Sie sich bei einer Komplikation eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen; nach einer ästhetischen Operation gelten dann eigene Regeln für Lohn und Krankengeld.
Häufige Fragen
Wann darf ich nach einer Brust-OP wieder Sport machen?
Nach einer Brustverkleinerung sind es vier bis sechs Wochen ganz ohne Sport, nach einer Bruststraffung mindestens sechs Wochen Schonung. Bei allen Brusteingriffen, auch nach einer Vergrößerung mit Implantat, gelten danach zwei Monate behutsamer Belastung. Ab wann einzelne Sportarten passen, legt Ihre Operateurin beim Kontrolltermin fest.
Wann darf ich nach einer Brust-OP wieder auf dem Bauch schlafen?
Nach einer Bruststraffung oder Brustverkleinerung schlafen Sie in den ersten Wochen in Rückenlage, damit die innere Wundheilung nicht gestört wird. Eine feste Woche für die Rückkehr zur Bauchlage gibt es nicht. Fragen Sie beim Kontrolltermin zum Ende der Stütz-BH-Zeit nach vier bis sechs Wochen, ob die Bauchlage wieder möglich ist.
Wann darf ich nach einer Brust-OP wieder Auto fahren?
Nach einer ambulanten Brust-OP in Narkose fahren Sie mindestens 24 Stunden kein Fahrzeug. Danach entscheiden Schmerzmittel und Beweglichkeit der Arme, denn fahren darf nur, wer sich sicher im Verkehr bewegen kann. Klären Sie das beim ersten Kontrolltermin.
Ab wann darf ich nach einer Brust-OP duschen und baden?
Duschen ist nach einer Brust-OP erst nach einigen Tagen wieder möglich. Für ein Vollbad oder das Schwimmbad gibt es keine eigene Frist; die Oberhaut schließt sich zwar in sieben bis zehn Tagen, Fäden können aber bis zu fünf Wochen liegen. Fragen Sie vor dem ersten Bad Ihre Praxis.
Wie lange muss ich nach einer Brustvergrößerung einen Stütz-BH tragen?
Nach einer Brustvergrößerung mit Implantat tragen Sie den Stütz-BH drei Wochen rund um die Uhr und drei weitere Wochen tagsüber, manche Quellen nennen auch sechs bis acht Wochen insgesamt. Einen Push-up-BH meiden Sie drei Monate lang. Einen Stuttgarter Gürtel tragen Sie, wenn Ihre Operateurin ihn verordnet.
Welche Beschwerden nach einer Brust-OP sind ein Notfall?
Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder Husten mit blutigem Auswurf nach einer Brust-OP sind ein Notfall für den Notruf 112, weil sie auf eine Lungenembolie hinweisen. Eine stark blutende Wunde oder eine Brust, die rasch deutlich stärker anschwillt als die andere, verlangt einen sofortigen Anruf in der Praxis. Fieber, Rötung und eitrige Wunden klären Sie am selben Tag.
